Heinrich Bärmann gewidmet
Komponist : Carl Maria von Weber
Arrangeur : Siegmund Goldhammer
Musikrichtung : Solo für Klarinette
Schwierigkeitsgrad : Ober- /Höchststufe
Spielzeit : 00:09:57
Verlag : Rundel
Format : DIN A4
Umfang : Partitur + Stimmen
Carl Maria von Weber kam in dem kleinen Städtchen Eutin zur Welt. Sein Vater führte als Theaterunternehmer einer Wanderbühne mit seiner Familie ein unstetes Leben und reiste viel umher. Dadurch wurde dem Sohn keine planvolle und geregelte Ausbildung zuteil. Vorübergehender Unterricht bei dem Pianisten J. Peter Heuschkel in Hildburghausen und Michael Haydn in Salzburg legten immerhin den Grundstein dafür, dass Weber bereits mit 14 Jahren zwei Opern komponierte, die, obwohl noch unreif, sein enormes musikalisches Talent verrieten. Entscheidende und sein musikalisches Leben prägende Unterweisungen erhielt er von dem als Kontrapunktiker, Lehrer und Mentor berühmten Abbé Vogler in Wien.
Auf Empfehlung Voglers ging Weber 1804 als Kapellmeister nach Breslau. Da er sich hier nur zwei Jahre behaupten konnte, trat er bald darauf aus wirtschaftlicher Not die Stelle eines Privatsekretärs und Musiklehrers bei Prinz Ludwig von Württemberg in Stuttgart an. Wegen übler finanzieller Machenschaften wurde er in Unehren entlassen und war gezwungen, sein unstetes Wanderleben mit seinem Vater wieder aufzunehmen.
Der eigentliche künstlerische Durchbruch gelang ihm 1811 mit der Berufung nach Prag, wo er die deutsche Oper etablieren sollte. Als Dirigent und glänzender Organisator leistete er Vorbildliches und wurde von Clemens von Brentano und Ludwig Tieck in den Kreis der deutschen Romantiker eingeführt. 1816 wechselte er von Prag nach Dresden. Hier übernahm er die Position des Kapellmeisters an der schon damals berühmten Hofoper. In Dresden wurde Weber in erbitterte Auseinandersetzungen mit den Traditionalisten der italienischen Oper hineingezogen. Es gelang ihm jedoch, sich als Vorkämpfer der deutschen Oper durchzusetzen. Spätestens seit der Uraufführung seines „Freischütz“ 1821 in Berlin erfuhr Weber im deutschen Musikleben als der Begründer der deutschen romantischen Volksoper eine beispiellose Anerkennung.
Es wäre jedoch falsch, Webers künstlerische Bedeutung nur auf sein Opernschaffen zu reduzieren. In seinem kurzen Leben hat er etwa 300 Kompositionen geschaffen, die nahezu alle musikalischen Gattungen des 19. Jahrhunderts umfassen. Besonderen Raum nehmen in seinem Gesamtwerk Kompositionen für Soloinstrumente und kammermusikalische Besetzungen ein.
Dazu gehören allein zwei Klarinettenkonzerte in f-moll op.73 und Es-Dur op. 74 und das auf dieser CD aufgenommene Concertino in Es-Dur op. 26, das Weber in nur sechs Tagen niederschrieb. Alle drei Werke entstanden 1811 und gehören zu einer Gruppe von 6 Kompositionen für Klarinette, die Weber für den Klarinettisten Heinrich Joseph Bärmann, einem der ersten großen Virtuosen auf diesem Instrument, schuf. Die Freundschaft mit Bärmann, aber vor allem der Klang der Klarinette waren es, die Weber zu den Konzerten inspirierten. Zweifellos hat Bärmann den Komponisten bei der Entstehung der Werke tatkräftig beraten und ihm sowohl die technischen als auch die klanglichen Möglichkeiten nahegebracht. Dadurch wurde die Klarinette zu Webers Lieblingsinstrument und fand immer dort ihren schönsten Einsatz, wo der musikalische Ausdruck am intensivsten und innigsten sein sollte. Das Klarinettensolo in der Ouvertüre zum „Freischütz“ ist ein zu Herzen gehender Beleg dafür.
In dem einsätzigen „Concertino“ beweist Weber seine spielerische Sicherheit im Umgang mit den klassischen Formen der Sonate, dem Konzert und der Variation. Hier kann er die gediegene Ausbildung bei Abbé Vogler unter Beweis stellen. Er nutzt diese Formen jedoch nur als Rahmen, um seinem Drang zu einem freien rhapsodischen, fast improvisativen romantischen Fluss noch wirkungsvoller nachgehen zu können. Dabei findet auch die Fülle seines Klangreichtums, die Vorliebe für interessante harmonische Wendungen und ungewohnte instrumentale Farbigkeit überzeugenden Ausdruck. In der Bearbeitung für sinfonisches Blasorchester können diese Qualitäten eine nochmalige Steigerung erfahren.
http://www.rundel.de/audio/2457.mp3
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